Bezahle ich wirklich Steuern für die Solaranlage auf meinem Hausdach?

Solaranlage vor Herzchenfenster:)

Welche Steuern fallen an und warum?

In Deutschland kommt man natürlich nicht ohne eine Menge Bürokratie und komplizierter Steuerregelungen aus. Dies gilt selbst für die eigene Solaranlage (auch Photovoltaik-Anlage/PV-Anlage) auf dem Hausdach. Hier präsentiert euch GreenHomeNow wie ihr das für euch günstigste Steuermodell wählt.

Kaufst du eine PV-Anlage für dein Haus gibt es einige steuerliche Regeln die du beachten musst. Bei der Installation einer Solaranlage kannst du zwischen verschiedenen Arten der Besteuerung wählen. Die günstigste Besteuerung für eine Privatperson auszurechnen ist nicht immer einfach. Hier geben wir dir Hilfestellung.

Einkommenssteuer

Hast du eine Solaranlage auf deinem Dach und speist Strom in das Stromnetz ein (über die sogenannte Einspeisevergütung die dir dein Energieversorger für jede eingespeiste Kilowattstunde (kWh) bezahlt (zur Zeit ca. 7 Cent pro kWh))? Dann musst du den Gewinn aus der Einspeisung in deiner Steuererklärung angeben und als Einkommen versteuern.

1 kWh Strom reicht übrigens aus, um 50 Stunden mit einer Energiesparlampe den Raum zu beleuchten, oder eine Waschmaschine Wäsche zu waschen, oder 7 Stunden Fernsehen zu gucken.

Zum Glück gibt es seit Februar 2021 eine Ausnahme: Ist deine Anlage kleiner als 10 kWp (Kilowatt peak) dann kannst du in einem formlosen Schreiben an dein Finanzamt eine Ausnahme von der Pflicht der Versteuerung beantragen.

Ab wann bezahle ich Gewerbesteuer?

Die nächste Frage ist ob du ein Gewerbe anmelden und Gewerbesteuer bezahlen musst. Wider Glück gehabt, denn kleine Anlagen bis zu 10 kWp sind von dieser Pflicht seit 2020 befreit!

Anlagen größer als 10kWp bezahlen erst ab 22 000 € Brutto-Einnahmen eine Gewerbesteuer. Achtung: Bist du selbständig oder Freiberufler sind die Einnahmen aus der Einspeisung der Solaranlage mit deinen weiteren Einkünften zusammenzurechnen.

Ist es besser die Umsatzsteuer zu bezahlen, oder sie als Kleinunternehmen nicht zu zahlen?

Da dich der Staat durch das Einspeisen von Solarstrom ins Netz als Unternehmen ansieht bist du umsatzsteuerpflichtig. Du sollst Umsatzseteuern auf den Gewinn der Einspeisung des Solarstroms ins Netz zahlen. Es gibt die Kleinunternehmerregelung nach der du erst ab Brutto-Einnahmen von 22 000 € jährlich eine Umsatzsteuer bezahlst. Du bezahlst dann also keine Umsatzersteuern. Außerdem brauchst du keine Steuererklärung über die bezahlte Umsatzsteuer machen.

Allerdings gibt es einen riesigen Nachteil: Entscheidest du dich für die Kleinunternehmerregelung kannst du die 19% Umsatzsteuer, die du auf deine Solaranlage und auf deinen Batteriespeicher zahlst NICHT vom Finanzamt zurückbekommen. Bei einer Solaranlage für 10 000 € mit Batteriespeicher für 5 000 € verlierst du somit ganze 2850 €. Zudem kannst du dir die Umsatzsteuer des Betriebes und der Wartung der Anlage NICHT zurückerstatten lassen.

Der Nachteil des Nichtnutzens der Kleinunternehmerregelung ist allerdings, dass du für den ins Netz eingespeisten Strom und für den SELBST VERBRAUCHTEN Strom aus deiner Solaranlage 19% Umsatzsteuer zahlst. Ein weiterer Nachteil ist, dass du jedes Jahr eine Umsatzsteuererklärung machen musst.

Im Vergleich der beiden Modelle haben Finanztip und das pv magazine exzellente Recherchearbeit geleistet und mit verschiedenen Annahmen die Wirtschaftlichkeit durchgerechnet. Sie haben gezeigt, wann die Kleinunternehmerregelung oder die Besteuerung wie ein Unternehmen (sogenannte Regelbesteuerung) für dich am günstigen sind. Welche Variante am günstigen ist hängt von der Anlagengröße, den Anlagenkosten sowie Strompreis des aus dem Netz bezogenen Stroms als auch der Anteil des Eigenverbrauchs aus der Solaranlage.

Die Daumenregel: Wie ein Unternehmen besteuert werden, oder die Ausnahme Kleinunternehmerregelung nutzen?

Die Daumenregel ist: Für die meisten Haushalte lohnt sich die Regelbesteuerung in den ersten sechs Jahren, damit die Umsatzsteuer für Solaranlage und für den Batteriespeicher zurückerstattet werden. Trotz der Bezahlung von Umsatzsteuer auf eigenverbrauchten Solarstrom und eingespeisten Solarstrom ist diese Variante für die meisten Haushalte am günstigsten. Nach sechs Jahren solltest du formlos beim Finanzamt die Kleinunternehmerregelung beantragen. Dann sind die finanziellen Vorteile der Erstattung der Umsatzsteuer der Solaranlage sowie des Batteriespeichers aufgebraucht.

Die Daumenregel gilt NICHT bei hohen Eigenverbrauchsquoten, niedrigen Kosten für Solaranlage und Batteriespeicher sowie hohen Preisen des Stromes aus dem Netz. Genauere Information dazu findest du im Artikel von Finanztip.

Aber wieviel spar ich den nun konkret mit der sogenannten Regelbesteuerung?

Das pv-magazinev hat das sehr schön vorgerechnet. Mit einer mittelgroßen Solaranlage (7,8 kWp) und Batteriespeicher (7,5 kWh) für insgesamt 21 400 € produziert Beate ca. 7 000 kwh Strom im Jahr. Sie und ihre Familie nutzen davon 4 130 kWh Strom selbst und haben somit einen Eigenverbrauch von 59%.

Würde sie die Kleinunternehmenregelung nutzen und NICHT die Regelbesteuerung könnten sie die 3 848 € Umsatzsteuer die sie für die Solaranlage, Batteriespeicher sowie Wartung und Reinigung bezahlt hat NICHT vom Finanzamt wiederbekommen.

Nutzt sie die Regelbesteuerung und lässt sich vom Finanzamt die Umsatzsteuer von 3 848 € erstatten UND bezahlt Umsatzsteuer auf den selbst verbrauchten Strom sowie den eingespeisten Strom spart sie ganze 2 400 € gegenüber der Kleinunternehmerregelung!

Für die lästige Pflicht der Umsatzsteuererklärung für die Solaranlage gibt es zahlreiche Steuersoftwarelösungen die helfen. Finanztip hat hier eine Auflistung für relevante tools: https://www.finanztip.de/steuersoftware/

Ich hoffe dieser Artikel hilf euch weiter. Bei Fragen kommentiert gern unter diesem Blogartikel. Viele Grüße, Klemens

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